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Vom 21. bis 24.5.2025 reisten 17 Studierende der Ludwig-Maximilians-Universität München unter der Leitung von Radana Dielmann, Tschechisch-Lektorin, und Dr. Wolfgang Schwarz, Kulturreferenten des Adalbert-Stifter-Vereins München, nach Pilsen. Die viertägige Exkursion hatte zum Ziel, gemeinsame deutsch-tschechische Erinnerungsorte in der Region zu erkunden und sichtbar zu machen. Alicja Kowalska, Ph.D., vom Lehrstuhl für deutsche Sprache der Westböhmischen Universität Pilsen unterstützte die tschechische Seite.

Der erste Tag der Exkursion mit dem Titel „Beispiele deutsch-tschechischer Erinnerungskultur in der Region Pilsen“ führte die Gruppe zunächst nach Domažlice (Taus), wo sie das Museum in der historischen Brauerei besuchten. Dort erhielten die Studierenden eine exklusive Führung durch die Ausstellung „Pozor! Hranice / Achtung! Grenze“, die von der Kuratorin Kristýna Pinkrová geleitet wurde. Anschließend ging es weiter nach Horšovský Týn (Bischofteinitz), wo die Gruppe vom Lehrer und Bürgermeister Antonín Kolář empfangen wurde. Kolář stellte das denkmalgeschützte Pfarrhaus vor, dessen Renovierung er seit vielen Jahren betreut. In Pilsen angekommen, trafen sich die Münchener Studierenden mit ihren tschechischen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Nach einem gemeinsamen Abendessen folgte eine interaktive Stadtführung im Rahmen des Programms „Zažij Plzeň! / Erlebe Pilsen!“, bei dem der Fokus auf der Geschichte des Holocaust lag.

Am darauffolgenden Tag stand eine geführte Besichtigung der beiden Synagogen in Pilsen – der Großen Synagoge und der Alten Synagoge – auf dem Programm. Im Anschluss besuchten die Teilnehmenden die Pädagogische Fakultät der WBU Pilsen. Hier wurde nach der Vorführung des Kurzfilms „Hans im Pech“ der Regisseurin Rena Dumont ein gemeinsamer Workshop zum gezeigten Kurzfilm abgehalten. Am Nachmittag führte die Exkursion zu einem bedeutenden architektonischen Ensemble in Pilsen: Die Studierenden besichtigten die von Adolf Loos entworfenen Wohnungen der Familien Vogl und Kraus sowie das Brummel-Haus, die als herausragende Beispiele moderner Architektur gelten.

Am dritten Tag fand ein Stadtrundgang unter dem Titel „Auf deutschen Spuren in Pilsen“ mit Dr. Christoph Mauerer statt, einem Experten für Germanistik und Bayerische Studien an der WBU Pilsen. Anschließend besuchten die Teilnehmenden den Meditationsgarten von Luboš Hruška, der den Opfern des kommunistischen Regimes gewidmet ist. Der Tag fand seinen kulturellen Höhepunkt in einer Aufführung der Oper „Trubadúr“ von Giuseppe Verdi im Großen Theater.

Bevor die Heimreise angetreten wurde, stand am letzten Tag noch der Besuch des General Patton Memorials auf dem Plan. Das Museum erinnert an das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Befreiung Pilsens von den Nationalsozialisten.

Das Projekt wurde durch die Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur im Rahmen des Förderprogramms „Bayerisch-tschechische akademische Projekte 2025“ aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Bericht der LMU München

Text: BTHA
Foto: LMU München

  • Foto 1 Dielmann Radana Pozor Hranice
  • Foto 2 Dielmann Radana Pfarrhaus Semnevice
  • Foto 3 Kastan Daniel Pfarrhaus Semnevice
  • Foto 4 Abendessen Mit Pilsener Studierenden
  • Foto 5 Schwarz Wolfgang Spaziergang Mit Erlebe Pilsen
  • Foto 6 Dielmann Radana Besuch Synagoge
  • Foto 7 Kastan Daniel Kurzfilmworkshop WBU Pilsen
  • Foto 8 Kastan Daniel Kurzfilmworkshop WBU Pilsen
  • Foto 9 Kastan Daniel Architekt Adolf Loos
  • Foto10 Stadtrundgang Mit Christoph Mauerer
  • Foto11 Meditationsgarten Von Lubos Hruska
  • Foto12 Schwarz Wolfgang Josef Kajetan Tyl Theater
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