Ethik und Nachhaltigkeitsmanagement im bayerisch-tschechischen Grenzraum

Die Westböhmische Universität Pilsen und die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden führten im November 2018 ein gemeinsames Projekt zum internationalen Zertifikatsprogramm Ethik & Nachhaltigkeitsmanagement (ETHNA) für Studierende beider Projektpartner durch. Ethikforum, Zukunftsworkshop und Studientag boten vielfältige Möglichkeiten zum Austausch.

Zielsetzung im Rahmen dieses Projektes war es, das ETHNA-Zertifikat für die Studierenden und Promovierenden der WBU Pilsen, als Partneruniversität der OTH Amberg-Weiden, zu öffnen und auf diese Weise auch die Zusammenarbeit der Kollegen auf beiden Seiten zu vertiefen und so die Internationalisierung beider Hochschulen zu stärken. Auf den drei durchgeführten Veranstaltungen kamen insgesamt 137 Teilnehmer aus Bayern und Tschechien zu den Themen „Ethik, Technologiefolgenforschung und Nachhaltige Unternehmensführung“ zusammen. 

Den Auftakt machte das Ethikforum mit dem Titel „Wehret Hass und Hetze – Quellen und Formen von Extremismus“ am 7.11.2018 in Amberg. Die Impulsreferate von Franz Schindler, MdL a. D., Elias Dray, Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg und einer Amberger Schülergruppe bildeten den angemessenen Rahmen für die interessante Veranstaltung.

Internationaler Zukunftsworkshop „Nachhaltige Entwicklung“

Am 22.11.2018 trafen sich 19 Studierende der Westböhmischen Universität Pilsen und 24 Studierende der OTH Amberg-Weiden in Weiden um im Rahmen eines internationalen Workshops sich einen Tag intensiv mit dem Thema der Nachhaltigen Entwicklung zu beschäftigen.

Der Tag begann unter Leitung von Herrn Alexander Herzner aus dem Institut für Nachhaltigkeit in Technik und Wirtschaft, der mit einem Lego-Serious-Play-Spiel spielerisch in die Thematik einführte. Danach schlossen sich die ersten Präsentationen und Diskussionen der deutschen und tschechischen Studierenden unter Moderation von Prof. Dr. Julia Heigl an. Diese befassten sich mit verschiedensten Bereichen wie nachhaltige Mode, Abfalltrennung, Nachhaltigkeit an den Hochschulen und nachhaltige Handelskonzepte wie Uber und AirBNB, Fair Trade, etc. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa hielt Herr Alexander Herzner einen interessanten Impulsvortrag, ehe weitere Studierende ihre Arbeiten vorstellten. Im Anschluss besuchten die Teilnehmer den Eine-Welt-Laden in Weiden. Dort informierte die Geschäftsführerin über Fairen Handel und die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung. Den Abschluss des Workshops bildete ein gemeinsames Abendessen.

Spannende Vorträge und interessante Diskussionen beim Studientag „Die dunkle Seite des digitalen Konsums“

Am nächsten Tag nahmen alle Teilnehmer am Studientag an der OTH in Weiden teil. Rund 90 Teilnehmende fanden sich ein, um sich über „die dunkle Seite des digitalen Konsums“ zu informieren und sich über mögliche gesellschaftliche Folgen auszutauschen. Ziel des Studientages war es, einen interdisziplinären und internationalen Austausch über Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zwischen Studierenden der OTH Amberg-Weiden, der OTH Regensburg und der Westböhmischen Universität Pilsen zu ermöglichen und dieses Thema kritisch zu betrachten.

Um einen möglichst breiten Einblick in den aktuellen Stand der Digitalisierung im Konsum geben zu können, wurde das Programm sehr interdisziplinär und interaktiv gestaltet. Impulsvorträge von Dr. Helmut Kollhof (Zukunftsakademie) zum Thema „Die Gestaltung der digitalen Technologien für eine nachhaltige Zukunft“, Maximilian Lukesch, M.Sc. (Universität Regensburg) über „E-Commerce-Logistik: die Beziehung von Angebot und Kaufverhalten“ und Prof. Dr. Marco Nirschl (OTH Amberg-Weiden) zum Thema „Unsere Spuren im Netz: Was Online-Shops & Co. über uns wissen“ bildeten das Program für einen spannenden Vormittag. Am Nachmittag hatten die Studierenden selbst die Möglichkeit, aktiv die weitere Diskussion zu gestalten. In insgesamt sechs internationalen Themengruppen zu je einer konkreten Digitalisierungsfolge diskutierten die Teilnehmenden die ethischen, sozialen und legalen Herausforderungen, die damit einhergehen könnten. Bei der Vorstellung ihrer Ergebnisse im Plenum entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen den Studierenden. 

Die Studierenden der Westböhmischen Universität erhielten durch ihre aktiven Teilnahme an den drei Veranstaltungen und einer Abschlusspräsentation ein internationales ETHNA-Zertifikat. Das durchgeführte Projekt diente hierbei als Testdurchlauf für ein Double-Degree-Studienprogramm, dem Masterstudienprogram „Sustainability Management and Leadership“. Mit der Realisierung dieser Zielsetzung konnte zudem die Sichtbarkeit und Wahrnehmung der beiden Hochschulen in den Themenfeldern Ethik und Nachhaltigkeit als besonderes Profilelement ausgebaut und gestärkt werden. 

Die BTHA förderte diese Zusammenarbeit im Rahmen des Förderprogramms „Bayerisch-tschechische akademische Projekte 2018“, durch das bayerische Hochschulen ermutigt werden, weitere Kooperationen mit Partnern in Tschechien anzubahnen.


pdfFlyer Ethikforum

pdfProgramm Zukunftsworkshop

pdfProgramm Studientag


 

Fotos: Ing. Dita Hommerová, Ph.D., MBA (1,3,4,5) ; Bastian Vergnon (2)
Abbildung: Nina Schneider (6)

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