Wie schafft man eine zuverlässige Netzabdeckung im ländlichen bayerisch-tschechischen Grenzraum für Robotersysteme? Mit dieser Herausforderung befasst sich das bilaterale Forschungsprojekt „Verteilung von Situationswahrnehmungen im Rahmen von Mensch-Maschine-Interaktionen unter Verwendung von belastbarer Kommunikationstechnologie in der Robotik-Telemetrie“, in dem das Institut für Angewandte Informatik der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Dorner und das Labor für computergestützte Robotik der Technischen Universität Prag (ČVUT), geleitet von prof. Ing. Jan Faigl, Ph.D., eng zusammenarbeiten.
Die fehlende stabile Netzabdeckung im ländlichen und grenznahen Raum erweist sich besonders für drohnengestützte Aufklärungs-, Erkundungs- und Sucheinsätze unter Einsatz von Robotersystemen als problematisch, vor allem im Fall von Naturkatastrophen, wenn bestehende Infrastruktur ausfällt. Diesen Bedarf an einer unabhängigen und flexiblen Kommunikationslösung hat das Projektteam der THD und der ČVUT erkannt. Das Forschungsteam will dazu durch experimentelle Forschung mobile, flexibel einsetzbare 5G-Netze zur zuverlässigen Anbindung der Robotersysteme entwickeln, die auch unter erschwerten Einsatzbedingungen und im Zusammenspiel mit bestehenden öffentlichen Kommunikationsnetzen standhalten. Dabei ergänzen sich das ausgewiesene Know-how der ČVUT im Bereich Robotik und Informationssysteme und die Expertise der THD zu 5G-Anwendungen hervorragend.
Im Verlauf des Projektes gelang es dem Team, wesentliche Grundlagen für den Aufbau eines funktionsfähigen 5G-Testsystems mit vollständiger Kernnetz- und Funkinfrastruktur zu schaffen. Wichtige Meilensteine stellen die Inbetriebnahme von Small Cells, die Implementierung des Open5GS-Core-Systems und der Aufbau eines Monitoring-Stacks dar. Diese entwickelten Strukturen ermöglichen nun eine nachhaltige Nutzung des Systems für Lehr-, Test- und Forschungszwecke.
Neben den internen Arbeitstreffen präsentierte das Projektteam seine Arbeit auch immer wieder auf Konferenzen und Messen, wo es wichtige Kontakte mit Stakeholdern knüpfen konnte, deren reges Interesse die Relevanz des Forschungsprojektes unterstreicht. Beim Tag der Forschung der Technischen Hochschule Deggendorf am 25.2.2025 diskutierte das Team während eines begleitenden Workshops mögliche Ansätze für eine weiterführende Kooperation in den Bereichen Drohnen-Detektion, Software Defined Radio und multimodale Sensorik mit Vertretern des Elektronikkonzerns „Rohde & Schwarz“. Ebenfalls an den Forschungsergebnissen interessiert zeigte sich der Münchner Flughafen, mit dessen Vertretern man sich zur Besprechung von Kooperationsmöglichkeiten im Hinblick auf ein Projekt zur Erhöhung der Sicherheit am Flughafen München traf. Weitere wichtige Kontakte konnten auch am 29.4.2025 in Regensburg beim Matchmaking-Event „Funding for Czech-Bavarian R&D Cooperation between Companies and Research Organisations“ sowie beim DGDS-Verbundtreffen am 9.10.2025 geknüpft werden.
Auch zukünftig wollen die beiden Projektpartner ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren und auf lange Sicht die im Projekt geschaffene Infrastruktur als dauerhafte Forschungs- und Informationsplattform etablieren und weitere industrielle Kooperationen aufbauen.
Das Projekt wird von 2024 bis 2026 durch die Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport der Tschechischen Republik gefördert.
Projektsteckbrief der THD
Pressemitteilung der THD
Text: BTHA
Fotos: THD

